PFERD BODENSEE – warum wir jedes Jahr wiederkommen
Wenn wir auf der PFERD BODENSEE sind, dann ist das für uns nicht einfach „eine Messe“. Es ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Da wir hier Menschen erreichen, die vielleicht noch nie bewusst einen Mustang gesehen haben – und weil wir hier die Chance haben, Mustangs zu zeigen, wie sie wirklich sind, und weil wir möchten, dass Menschen sie ganz direkt kennenlernen können. Gerade hier im Süden, wo viele sonst wenig Berührung mit dem Thema haben, ist es uns wichtig, dass die Besucher die Mustangs live erleben können.
Daher sind wir gerne am Bodensee zu Gast – nicht nur, weil es eine tolle Reitsportmesse ist, sondern weil wir hier die Mustangs auch in eine Region bringen, in der viele pferdebegeistert sind, aber mit dem Thema Mustang oft noch wenig Kontakt hatten.
In diesem Jahr war Belle ganz klar unser Mittelpunkt, weil sie für unsere Messearbeit genau das gezeigt hat, worauf es ankommt: Begegnung möglich machen und Mustangs erlebbar machen.
Dass wir die Pferdeboxen in der Messehalle in der Nähe unseres Standes hatten, war dafür wirklich ideal. So konnten die Besucher die Mustangs nicht nur im Ring sehen, sondern eben auch ganz direkt bei uns am Stall erleben. Und Belle hat das den ganzen Tag über großartig gemacht. Sie hat sich von Kindern und Erwachsenen streicheln lassen – und man hatte manchmal das Gefühl, sie wollte am liebsten keinen Moment verpassen: Immer wieder hat sie den Kopf weit aus ihrem Boxenfenster gestreckt, damit noch eine Hand sie erreicht, noch ein paar Streicheleinheiten möglich sind.
Gerade die Kinder haben sich oft unglaublich viel Zeit genommen. Manche standen minutenlang bei ihr, haben ihre Hand im Fell gelassen und diesen Moment richtig aufgesogen. Und genau da sieht man es so deutlich: Mustangs wollen, wenn sie sich einmal auf Menschen eingelassen haben, nicht nur dabei sein. Sie wollen mittendrin sein.
Und trotzdem gilt: Auch das bravste Pferd braucht Pausen. Mehrfach am Tag haben wir ihren Stall oben geschlossen, damit Belle in Ruhe ihr Heu mümmeln konnte. Für uns gehört das genauso zur Messearbeit wie das Gespräch am Stand: Begegnungen ermöglichen – aber immer so, dass es für die Pferde fair bleibt.
So sehr wir uns über die Auftritte, in denen wir rund 15 Minuten über die Situation der Mustangs erklären, freuen: Das Wertvollste auf einer Messe sind die Gespräche mit den Besuchern. Denn genau dort passiert etwas, das langfristig Veränderungen bewirkt. Die Besucher kommen mit Neugier, mit echten Fragen und manchmal auch mit sehr konkreten Gedanken – und wir sind da und beantworten sie. Über Mustang-Adoption. Über Verantwortung. Über die benötigte Zeit. Über eine mögliche Ausbildung. Über den Unterschied zwischen „Ich finde sie toll“ und „Wie kann ich den Mustangs helfen?“
Wir beantworten diese Fragen gerne. Weil wir wissen, dass genau diese Gespräche die Grundlage dafür sind, dass ein weiterer Mustang seine Familie findet.
Und dieses Mal ist genau das passiert.
Für Duncan und Jasper ist auf der Messe ein Traum in Erfüllung gegangen. Diese beiden waren zwei Jahre in der Vermittlung. Zwei Jahre, in denen wir immer wieder gehofft haben, dass genau die richtigen Menschen kommen.
Umso größer ist unsere Freude, dass die beiden jetzt wirklich das große Los gezogen haben. Sie dürfen in Kürze zur Quarantänestation – und dann startet ihr Weg in ein neues Leben. Sie werden bald Schweizer, und wir können gar nicht sagen, wie sehr wir uns darauf freue, beide am Flughafen zu treffen. Dies sind die Momente, in denen man merkt, warum man Messetage macht, warum man erklärt, warum man wieder und wieder Gespräche führt: Weil es am Ende genau darum geht. Mustangs eine Chance zu geben und ein Zuhause zu finden.
Auf den Reitsportmessen ist auch der Verein IG Mustang e. V. zu finden, der sich immer wieder die Rettung von Mustangs aus dem Kill Pen zur Aufgabe macht. Dafür gibt es eine große Lostrommel – und über diese Aktion sind auf der Messe 2.400 Euro zusammengekommen. Dieses Geld wird vom Verein 1:1 für die Rettung eines Mustangs in Not eingesetzt. Ohne Spenden ist es einfach schwer, solche Aktionen umzusetzen.
Selbstverständlich kann man auch außerhalb der Messen an den Verein IG Mustang e. V. spenden. Informationen und Spendenmöglichkeiten gibt es auf der Website des Vereins, unter www.igmustang.de.
Wenn wir nach so einem Wochenende zusammenpacken, sind wir müde – logisch. Aber wir nehmen vor allem das mit, was uns antreibt: dass Menschen Mustangs kennenlernen durften, dass Gespräche Türen öffnen können und dass manchmal genau auf so einer Messe ein Wunsch in Erfüllung geht.
Und wenn Duncan und Jasper in Kürze Richtung Quarantäne aufbrechen, dann wissen wir wieder ganz genau, warum wir jedes Jahr sagen: Ja – wir kommen wieder.