Über den Wolken in ihr neues Leben

An diesem Wochenende treten unsere Eventpferde 2026 ihre Reise nach Europa an. Für uns ist das ein besonderer Moment, den wir gerne mit euch teilen möchten. Denn hinter ihrer Ankunft steckt weit mehr als nur ein Transport von A nach B.

In der Frankfurt Animal Lounge ist es noch ruhig. Doch dann öffnet sich das große Rolltor des Importbereichs – und genau in diesem Moment wird aus monatelanger Planung Realität: Unsere Eventmustangs sind angekommen.

Für uns ist dieser Augenblick jedes Mal etwas ganz Besonderes. Denn mit der Ankunft in Frankfurt beginnt ein neues Kapitel für die vom Staat eingefangenen und in Auffangstationen untergebrachten Mustangs, für ihre Trainerinnen und Trainer und für alle, die ihren Weg verfolgen.

Das Training in den USA 

Bevor unsere Mustangs überhaupt Richtung Europa aufbrechen konnten, wurden sie in den USA sorgfältig auf diese Reise vorbereitet. Heute geschieht das durch Grace Thompson in Tennessee, die unsere Eventmustangs mit viel Erfahrung, Ruhe und Gefühl auf diesen besonderen Schritt vorbereitet. Gerade bei ehemalig frei lebenden Pferden ist diese Phase von enormer Bedeutung. Denn ein Flug, neue Menschen, unbekannte Abläufe und technische Umgebungen sind für einen Mustang keine Selbstverständlichkeit.

Deshalb beginnt die Reise nicht erst am Flughafen, sondern lange vorher. Die Pferde lernen Schritt für Schritt neue Situationen kennen. Sie sammeln erste Erfahrungen beim Führen, mit dem Verladen und mit der Nähe des Menschen. Gerade das ist etwas, das viele Menschen unterschätzen: Für Mustangs ist eine solche Reise kein „normaler Transport“. Diese Pferde kommen ursprünglich aus der Freiheit. Das Verladen und den Transport kennen sie aus den USA bereits, doch für diese besondere Reise ist entscheidend, dass sie Vertrauen in die Führung durch den Menschen entwickeln, enge Räume ruhig annehmen und neue Abläufe gelassen bewältigen. Umso wichtiger ist eine Vorbereitung, die nicht auf Druck, sondern auf Vertrauen setzt.

Ziel ist nicht, dass ein Mustang in diesen Situationen einfach „funktioniert“. Ziel ist, dass er Schritt für Schritt versteht, dass ihm

nichts geschieht. Dass der Mensch ihn sicher durch unbekannte Momente begleitet. Dass Enge, neue Geräusche, fremde Abläufe und Transport nicht automatisch Gefahr bedeuten. Genau dieses Vertrauen entsteht nicht in einem einzigen Moment, sondern in vielen kleinen Erfahrungen, in denen das Pferd lernen darf, Sicherheit zu finden und neue Situationen gelassener anzunehmen. Dabei profitieren die Pferde von der großen Erfahrung unseres Teams und unserer Trainerinnen in den USA, die seit vielen Jahren mit ehemaligen frei lebenden Mustangs arbeiten und genau wissen, worauf es in dieser sensiblen Phase ankommt.

Hinzu kommt: Diese Pferde kennen Transport grundsätzlich bereits aus den USA. Durch das Handling dort sind sie es gewohnt, frei verladen und über längere Strecken transportiert zu werden und auf den Hängern ruhig zu stehen. Für den Import nach Europa geht es deshalb nicht darum, ein Pferd überhaupt erst an Transport zu gewöhnen, sondern darum, ihm beizubringen, sich vom Menschen lenken zu lassen, Vertrauen in enge Räume zu entwickeln, sich individuell verladen zu lassen und diese Situationen ohne Stress anzunehmen.

Wie fliegen unsere Mustangs?

Ist der Tag des Abflugs gekommen, greift ein präzise geplanter Ablauf. Die Pferde werden verladen, zum Flughafen gebracht und dort in spezielle Pferdecontainer verladen. Diese Transportställe sind so konzipiert, dass sie den Tieren während der Reise möglichst viel Sicherheit und Stabilität bieten. Man kann sich die Flugboxen ähnlich eines Zweieranhängers vorstellen, jedoch für drei Pferde nebeneinander. Für Außenstehende mag ein Flug zunächst außergewöhnlich erscheinen, doch tatsächlich ist der Lufttransport für Pferde unter professionellen Bedingungen oft sehr kontrolliert und ruhig. Anders als bei langen Fahrten auf der Straße gibt es keine engen Kurven, keinen stockenden Verkehr und keine wechselnden Straßenverhältnisse. Gerade im Vergleich zu langen Fahrten auf deutschen Autobahnen erleben viele Pferde einen Flug deshalb sogar als angenehmer und konstanter. Die Temperatur im Flieger wird genau auf die Bedürfnisse des Pferdes angepasst – auf exakt 14° Celsius.

Unsere Erfahrung aus inzwischen mehr als zehn Jahren mit den Flügen unserer Eventpferde zeigt sehr deutlich, wie gut diese Transporte vorbereitet sind: Noch nie wurde eines unserer Pferde sediert geflogen. Und ebenso wenig hatten wir bislang ein Pferd, das im Jetbox-Container Stressanzeichen wie starkes Schwitzen, permanentes Scharren oder ausgeprägte Unruhe gezeigt hätte. Das zeigt nicht nur, wie professionell die Abläufe rund um diese Flüge sind, sondern auch, wie wichtig eine gute Vorbereitung, Erfahrung und ruhige Begleitung für solche Transporte sind.

Während des gesamten Prozesses werden die Pferde von unseren Trainern aus den USA betreut. Sie achten darauf, dass die Mustangs ruhig bleiben, fressen, trinken und die Reise möglichst stressarm erleben. Gerade für Pferde, die noch nicht viele Erfahrungen mit enger Führung durch Menschen gemacht haben, ist diese ruhige und professionelle Begleitung ein entscheidender Faktor.

Auch bei der Landung in Frankfurt steht nicht Hektik, sondern Ruhe im Mittelpunkt. Das Flugzeug wird so positioniert, dass der Weg in die Frankfurt Animal Lounge kurz bleibt. Dort erwartet die Pferde eine Umgebung, die auf Tiertransporte spezialisiert ist und ihnen nach dem Flug Zeit zum Ankommen gibt. In hellen Boxen, mit Wasser, Heu und einem erfahrenen Team, dürfen sie erst einmal durchatmen und die neue Umgebung in Ruhe wahrnehmen.

 Der erste Schritt in ein neuen Leben 

Wenn die Mustangs in Frankfurt ankommen, werden sie von unserem Team persönlich in Empfang genommen. Für uns ist dieser Moment etwas ganz Besonderes, denn hier beginnt für die Pferde der erste direkte Schritt in ihre neue Umgebung. Jedes Pferd wird in seinem eigenen Tempo ausgeladen und mit aller Ruhe an die Boxen gewöhnt. Mustangs, die gemeinsam geflogen sind, werden nach Möglichkeit auch in nebeneinanderliegenden Boxen untergebracht, damit sie in der neuen Situation vertraute Nachbarn an ihrer Seite haben. Pferde, die die Nähe des Menschen noch nicht so sehr zulassen möchten, werden nicht gedrängt, sondern mit viel Zeit, Geduld und ruhiger Energie in ihre Boxen geleitet. Unser Ziel ist es immer, die Pferde so stressarm wie möglich zu begleiten und ihnen den Raum zu geben, den sie in diesem Moment brauchen. Genau diese Ruhe und dieses feine Gespür sind entscheidend, wenn man mit wenig trainierten ehemaligen Wildpferden arbeitet.

Damit dies sicher und pferdegerecht möglich ist, wird der gesamte Bereich mit Panels klar abgesichert. So schaffen wir einen geschützten Rahmen, in dem wir die Mustangs ruhig lenken können. Gleichzeitig haben wir jederzeit die Möglichkeit, einem Pferd mehr Freiraum zu geben und es bei Bedarf auch loszulassen, anstatt unnötigen Druck aufzubauen. Gerade bei ehemaligen Wildpferden ist das von großer Bedeutung: Nicht Zwang, sondern Übersicht, Ruhe und kontrollierte Freiheit machen ein sicheres Handling überhaupt erst möglich. Nur so können wir den Pferden die Zeit geben, die sie brauchen, um anzukommen und Vertrauen zu fassen.

Hinter den Kulissen 

Was viele nicht sehen: Hinter einer solchen Ankunft steckt ein enormer organisatorischer Aufwand. Veterinärmedizinische Vorgaben, Dokumente, Zoll, Zeitfenster, Sicherheitsabläufe und die enge Abstimmung aller Beteiligten müssen präzise ineinandergreifen. Jeder Handgriff sitzt, jeder Ablauf ist vorbereitet. Genau das ist wichtig, damit die Pferde nach dem Flug nicht mit unnötiger Unruhe konfrontiert werden.

Auf ins Abenteuer

Am Sonntag treffen wir dann unsere MMO Trainer und freuen uns schon sehr darauf die Mustangs an ihre Trainer zu übergeben. 

Für uns ist sie vor allem eines: der Anfang einer ganz besonderen Zeit. Denn mit der Landung in Europa beginnt für diese Pferde das nächste Kapitel. Die weitere Vorbereitung, neue Erfahrungen, neues Vertrauen – und für viele schließlich der Weg zum MUSTANG MAKEOVER am 16.-18.10.2026. Gemeinsam können wir für jeden Mustang seine Welt zum Besseren verändern und wir können es kaum abwarten, wenn die Mustangs in wenigen Wochen hier in Deutschland über die Wiesen galoppieren und neue Familien finden. Etwas, was ihnen in den Auffangstationen verwehrt geblieben ist. 

Willkommen in Europa, ihr besonderen Pferde.