Mustang-Vermittlung: Warum wir so genau hinschauen – und was wirklich zählt

Vor 13 Jahren hat unsere Reise mit den Mustangs begonnen. Damals wussten wir selbst nicht einmal, dass es noch wirklich wildlebende Mustangs gibt – wir sind eher zufällig über sie gestolpert. Und dann ging alles schnell: Blackjack kam in unser Leben, und plötzlich war da dieses Gefühl, das man schwer erklären kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Ab diesem Moment war klar, dass diese Pferde mehr sind als nur ein spannendes Thema. Sie wurden ein Teil unseres Lebens.

Erst waren es einzelne Vermittlungen. Ab 2015 wurde daraus etwas, das uns bis heute begleitet: echte, kontinuierliche Vermittlungsarbeit. Über ein Jahrzehnt später dürfen wir sagen, dass wir über 600 Mustangs auf ihrem Weg begleiten durften – manche nach Europa, manche in den USA. Und obwohl diese Zahl groß ist, bleibt es für uns jedes Mal wieder persönlich. Denn am Ende geht es nie nur um ein Pferd, sondern um ein passendes Zuhause.

Unsere Vermittlungsarbeit wird bei uns maßgeblich von Silke Strussione getragen. Sie ist nicht nur Ansprechpartnerin, sondern diejenige, die Menschen und Mustangs zusammenbringt – mit Erfahrung, Bauchgefühl und dem Blick dafür, was im Alltag wirklich funktioniert kann oder wer noch Trainer Unterstützung braucht. Und genau um diese Entscheidungen zu treffen bringen wir einen großen Erfahrungsschatz mit: im Training von wilden Mustangs ebenso wie in der Vermittlung in das passende Zuhause. Wir beraten nicht nur bei der Pferdeauswahl, sondern in allen Bereichen rund um den Mustang – von Haltung und Fütterung über Training und Management bis hin zu Import, Ankommen und den ersten Monaten im neuen Alltag. Wir wollen nicht einfach irgendeinen Mustang vermitteln, sondern genau die richtige Familie für genau diesen einen Mustang finden.

Warum wir das machen

2016 wurde uns etwas sehr deutlich: Das eigentliche Drama beginnt für viele Mustangs erst nach dem Einfangen. Der Staat bringt sie aufgrund von Überpopulation aus der Wildnis in die Auffangstationen – und dort verlieren sie nicht nur ihre Freiheit, sondern oft auch jede Perspektive. Statt Weite gibt es Zäune. Statt Gras unter den Hufen oft nur Matsch und vollgeäppelte Paddocks. Statt stabiler Freundschaften wechseln Gruppen und Dynamiken – und damit wächst auch der Stress. In dieser Umgebung steigt zudem das Risiko für Verletzungen, weil wenig Raum, Unruhe und permanenter Druck zusammenkommen können.

Unser Ziel ist, ihnen so viel von dem zurückzugeben, was sie verloren haben: D.h. raus aus der Auffangstation und rein in ein Zuhause. In Familien, die verstehen, was ein ehemaliges Wildpferd braucht: Feste Herdenstrukturen, Offenstall, Koppel, verlässlichen Alltag – und ja, so oft es geht: Gras unter den Hufen.

2017 haben wir deshalb das erste Mustang Makeover in Europa auf die Beine gestellt. Das war verrückt, ja – aber es hat Sichtbarkeit geschaffen und viele Menschen zusammengebracht. Das Event bringt Reichweite, damit Menschen überhaupt von den Mustangs erfahren und hinschauen. Sie schafft die Grundlage, damit wir unsere tägliche Vermittlungs- und Beratungsarbeit leisten können – Gespräche führen, passende Pferde finden, Familien auf ihrem Weg begleiten und auch nach der Ankunft da sein. Durch diese neuen Chancen entstehen immer mehr Plätze für diese Pferden.

Ein Mustang verändert nicht nur sein Leben – er verändert deins

Viele übernehmen einen Mustang mit dem Gedanken „zu helfen“. Und ja, natürlich verändert sich das Leben dieses ausgewählten Pferdes. Aber wir erleben es fast immer auch andersherum: Mustangs verändern unsere Welt. Sie bringen uns dazu, feiner zu werden, ehrlicher, geduldiger. Sie zeigen sofort, ob wir fair sind – und sie schenken Vertrauen nicht, weil wir es gerne hätten, sondern weil wir es uns zuvor verdient haben.

Wohin wir vermitteln – und was uns dabei wichtig ist

Wir vermitteln nicht „irgendwohin“. Wir vermitteln dahin, wo wir das Gefühl haben: Hier kann ein Mustang zu Hause sein. Wichtig ist, dass wir nicht nur an erfahrene Reiter vermitteln, sondern an Menschen die das Herz am rechten Fleck haben, die die Kommunikation der Mustangs lernen wollen und eine ganz neue Pferdewelt betreten möchten.

Ob jemand Wiedereinsteiger, oder Beginner mit Trainerbegleitung ist, oder eben schon mehr Erfahrung mitbringt, ist erstmal nebensächlich. Wichtig ist, das passende Pferd zu finden. Und haben wir das Gefühl, dass es zu früh für eine Familie ist und sie erst einmal noch weiter lernen sollte, so sind wir hier offen und ehrlich.

In der Regel warten bei uns rund 20 Mustangs im Programm auf ihre Chance. Manchmal ist das passende Pferd genau dort schon dabei. Manchmal nicht. Dann gehen wir gezielt für diese eine Familie auf die Suche.

Und wenn das Pferd gefunden ist, dann organisieren wir für die Familien den Import, begleiten in allen Fragen – und bleiben auch danach als Ansprechpartner erreichbar. Und ganz wichtig: Wir sind auch Ansprechpartner für Menschen, die auf einem anderen Wege zu einem Mustang gekommen ist. Es gibt niemanden in Europa, der mehr Erfahrung mitbringt und mehr Wissen rund um die Mustangs hat und das möchten wir gerne mit allen teilen.